Die Theorie von Albert Bandura erklärt, wie Menschen Verhalten lernen und steuern. Im Zentrum steht die Idee, dass Menschen nicht nur auf ihre Umwelt reagieren, sondern ihr Verhalten auch innerlich mitbestimmen. Sie speichern beobachtetes Verhalten als eine Art inneres Bild, können es aber nur ausführen, wenn sie die nötigen Fähigkeiten besitzen.
Ob jemand ein Verhalten zeigt, hängt stark von zwei Erwartungen ab: ob man sich selbst dazu fähig fühlt und ob man glaubt, damit Erfolg zu haben. Wer sich kompetent fühlt, probiert eher etwas aus und hält länger durch. Wer wenig Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten hat, meidet schwierige Situationen oder gibt schneller auf. Erfolgserwartungen sind veränderlich und werden ständig angepasst.
Menschen bewerten sich zudem selbst: Erreichen sie eigene Ziele, fühlen sie sich gut, andernfalls werten sie sich ab. Solche selbst gesetzten Maßstäbe motivieren besonders dann, wenn sie realistisch und klar formuliert sind. Zu hohe Ziele führen dagegen langfristig zu Frustration und Niedergeschlagenheit.
Lernen erfolgt auf drei Wegen: durch eigene Erfahrungen, durch Beobachtung anderer und durch Anleitungen. Besonders wichtig ist das Lernen durch Beobachtung, da es oft schneller und sicherer ist. Dabei achtet man eher auf freundliche und erfolgreiche Vorbilder. Das Beobachtete wird im Gedächtnis gespeichert und kann später als Leitbild dienen, auch ohne direkte Belohnung oder Bestrafung. Belohnung kann das Lernen jedoch verstärken, weil sie die Aufmerksamkeit erhöht.
Menschen wählen Verhalten danach aus, ob sie sich davon Belohnung versprechen, ob es früher erfolgreich war und ob sie sich selbst danach gut fühlen. Dabei gibt es sowohl äußere Belohnungen als auch innere, etwa Selbstlob. Je wahrscheinlicher eine Belohnung erscheint, desto größer ist die Motivation.
Auch Erwartungen und Überzeugungen entstehen durch Erfahrung, Beobachtung und Überredung. Wer wiederholt Erfolg hat oder andere erfolgreiche Personen beobachtet, traut sich mehr zu. Umgekehrt führen Misserfolge oder wahrgenommene Unfähigkeit zu Rückzug, Angst oder Resignation.
Insgesamt beschreibt Bandura den Menschen als aktiv handelndes Wesen, das sich Ziele setzt, sich selbst bewertet und durch Beobachtung sowie eigene Erfahrungen lernt. Offene Fragen bleiben etwa, wie genau diese inneren Bilder gespeichert werden oder wie Lernen in komplexeren sozialen Beziehungen funktioniert.
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