Psychologie und Segeln

Als segelnder Psychologe interessieren mich natürlich besonders die relevanten Verbindungen zwischen der Psychologie und dem Segeln. Viele Segler sind Yachtcharterer, mieten sich also nur 1-2 x für einen relativ kurzen Zeitraum eine Yacht und müssen sich sehr kurzfristig umstellen - eigene Ängste überwinden, Organisationstalet beweisen, die Gruppe organisieren, strukturieren und vor allem: führen.

Der Skipper der Yacht als Fachvorgesetzter

Letzteres ist besonders schwierig, da der Skipper der Yacht als Fachvorgesetzter der Gruppe teilweise mit Crewmitgliedern auf dem Segeltörn zu tun hat, die im täglichen Leben freundschaftlich verbunden sind oder gar Vorgesetzte. An Bord einer Yacht, vor allem Segelyacht ist jedoch der Skipper der "Chef" und muß seine Gruppe ungeachtet sonstiger Regularien nach Grundsätzen ordentlicher Seemannschaft führen und integrativ alle Crewmitglieder in die Crew einbinden.

Die Crew und Teambildung bei Yachtsegeln

Ist die Crew erst einmal als solche erstellt und hat sich jedes einzelne Crewmitglied hinsichtlich der gestellten gemeinsamen und daraus resultierend individuellen Aufgaben an Bord der gecharterten Yacht zustimmend erklärt, entstehen gruppendynamische Organisationsprozesse, innerhalb welcher jedes Crewmitglied an Bord der Yacht sich entsprechend seiner individuellen psychologischen Disposition zu positionieren sucht. Oft hat der erfahrene Charterskipper bereits im Vorfeld mehr oder weniger bewußt eine Gruppenstruktur und Aufgabenzuweisung erstellt, die der voraussichtlichen Position innerhalb der Gruppe und im Team nahekommt, so daß die Selbstorganisationsprozesse der Gruppe ( Crew) reibungslos verlaufen können und garnicht auffallen.

Gelingt dem Skipper diese Vorstrukturierung nicht, versuchen bestimmte Persönlichkeiten in der GRuppe sich gegenüber anderen Crwmitgliedern zu positionieren, im schlimmsten Fall konkurrierend, was im Ernstfall einer seglerischen Notsituation Schiff und Besatzung auf´s Äußerste gefährden kann.

Welche Yacht sollte man chartern?

Aus Kostengründen neigen nicht wenige Charterer dazu, eine Yacht zu wählen, die bei minimaler Größe eune maximale Kojenbelegung ermöglicht. Davon ist dringend abzuraten, vor allem in der witterungsbedingt kühleren Nebensaison. Der Salon als Schlafplatz führt nicht nur bei erwachsenen Personen zu Frustrationen. Wir sind heute alle einen eigenen Freiraum gewohnt und wenn dieser stark eingeengt wird, reagieren wir zunächst widersttrebend verständnisvoll, in kritichen Situationen kann aber eine Krise eskalieren, weil die Crew keine Möglichkeiten hat, sich für kurze Zeit zurückzuziehen. Daher sollte man immer eine Yacht mit der Anzahl an Kabinen bzw darin befindlicher Kojen wählen, die für die Crewgröße ausreicht. Bei der Auswahl der Yachten kann man die Kojenanzahl der Charteryacht angeben, muß aber darauf achten, ob darin bereits Salonkojen erfasst sind - ein Blick auf´s Layout der zu charternden Yacht kann bei der Auswahl der in Frage kommenden Yachten weiterhelfen. Auch das Segfelrevier sollte man berücksichtigen und die jahreszeitlich zu erwartenden Wettersituationen.