Klauer, K.J. (2001).Forschungsmethoden der modernen Pädagogischen Psychologie
i: A.Krapp & B.Weidenmann (Hrsg) Pädagogische Psychologie (4.Auflage) S.75-97 Weinheim:Beltz/PVU


Forschungsstrategie: prototypisches Vorgehen bei der Bearbeitung einer wissenschaftlichen Fragestellung
Forschungsansatz: in einem Forschungsgebiet tatsächlich realisierte Forschungstradition
Forschungsparadigma: metatheoretische Orientierung
Experiment: ist ein planmäßig ausgelöster, wiederholbarer Vorgang, bei dem beobachtet wird, in welcher Weise unter Konstanthaltung anderer Bedingungen mindestens eine Variable sich ändert, nachdem mindestens eine unabhängige Variable geändert worden ist
  • Planmäßigkeit
  • Wiederholbarkeit
  • systematische Variation/Konstanthaltung von Bedingungen
Randomisierung - zufällige Zuordnung der VP zur Experimental- oder Kontrollgruppe
Prozess: Zustand vorher >>>> Treatment >>> Zustand nachher
Quasi-Experiment: keine Zufallszuordnung (häufig bei Schulklassen)
Campbell und Stanley (1965, dt.1970)
Verbesserung der internen Validität:
Veränderungen sind ausschließlich auf Veränderungen UV  zurückzuführen
Diffusion oder Imitation des Treatments:
wenn in einer Kontrollgruppe das Treatment der Experimentalgruppe bekannt wird (Typ I-Fehler)
Kompensatorischer Ausgleich
z.B. bei gleichwertiger Förderung beider Gruppen, Typ-I-Fehler
Kompensatorische Anstrengung der Prob. i.d. Kontrollgruppe:
stärkere Anstrengung bei der Prüfung, weil Frust bzgl. Ausschluß von interessanten Aktivitäten
Ergebnisse der KG fallen besser aus, Typ I-Fehler
Negative Reaktion von Probanden:
Verweigerungshaltung beim Test aus Protest, Ergebnisse der KG fallen schlechter aus (Typ II-Fehler)
Nicht experimentelle Forschung - wo keine Experimente technisch oder ethisch möglich
  • Korrelationsstudien - Zusammenhang zwischen 2 oder mehr Variablen
    • keine Ursache-Wirkungszusammenhänge
    • Zusammenhänge zwischen Variablen
    • stellen immer eine Schätzung der Richtung und Größe des Zusammenhanges dar
    • Vorsicht vor Kausalinterpretationen
    • Korrelation immer mehrdeutig, weil unklare Beeinflussung
      • Lehrer >>Schüler
      • Schüler >> Lehrer
      • wechselseitige Beeinflussung
      • äußere Umstände (Wetter, Lärm)
Längsschnittstudie: gleiche VP werden in meist größeren Zeitabständen mehrmals untersucht
langfristige Einflüsse
Überprüfung von Prognosen
Handlungs- und Aktionsforschung
  • Anwendung wissenschaftlicher Methoden bei der Bewältigung konkreter praktischer Probleme.
  • nicht nur erkennen, sondern verändern
  • Partizipation der VP am Forschungsprozess
  • qunatitative UND qualitative Datenerhebung im selben Prozess
  • keine Objektivität, sondern Parteilichkeit
  • Replizierbarkeit ausgeschlossen
  • keine Generalisierbarkeit
Qualitative Forschung
  • Qualitative Daten
    • sind 1-0 Daten
    • sprechen  Merkmale zu oder ab
    • auch kategorial, diskret oder binär genannt
    • Nominalskalenniveau
  • Quantitative Daten
    • spezifizieren (zahlenmäßig) den Ausprägungsgrad des Merkmals
    • mindestens Rangskalenniveau
6 Bereiche der qualitativen Forschungsmethoden
1. Anamnese und Interview
2. Begriffs- , Inhalts-, textinterpretative Verfahren
3. Biografische Verfahren
4. Einzelfallforschung, Einzelfallanalyse
5. Explorative Untersuchungsverfahren
6. Hermeneutische Methoden
Qualitative pädagogische Forschung
  • Ökologische Psychologie
  • Ganzheitliche Ethnografie
  • Ethnografie der Kommunikation
  • Kognitive Anthropologie
  • Symbolischer Interaktionismus
FIAC  Flanders Interaction Analysiy Categories
(Flanders 1967,  Hanke, Mandl,Prell 1973 dt)
Beobachtungssituation im unterricht (direkt, Nebenraum oder Video)
Ermittlung des Erziehungsstils
emotional positive reagierender Lehrer
Lehrer wird stärker betrachtet, als Schüler
Eintrag von Beobachtungskategorien nach Vorgabe (Lehrer spricht/Schüler spricht)
Kennwertermittlung
Reliabilität nicht perfekt, aber hinreichend
Stabilität gering (abhängig von der Unterrichtssituation)
Validität enttäuschend
Stallings (1977) erhöht Kategorien bis auf 15.000 Unterscheidungen, was Auswertungsprobleme macht
Methoden zur Erfassung kognitiver Strukturen und Prozesse
  • 1.Psychometrische Verfahren
    • Fragebogen, Ratingskalen, semantisch Differentiale
  • 2. Ähnlichkeitsbeurteilung
    • systematischer Paarvergleich, Assoziationsmethode >>> wenig reliabel, geringe Skalenqualität
  • 3. Textanalyse
    • Logik+Linguistik+Graphentheorie
  • 4. Verbalisierung
    • Lautes Denken
Methoden zur Erfassung der Lernleistung
  • 1. Schulleistungstests
    • Wissens- und Kenntnisstand wird geprüft
    • Kritik: Selektionsinstrument
  • 2. Kriteriumsorientierte Tests
    • Zuordnung der Leistung zur Bezugsgruppe (soziale Norm)
    • Lehrzielnorm, Veränderungsmessung
    • kontentvalide
    • lehrzielvalide
    • kriteriumsorientierte Messung